Zu Ehren der Menschen, nicht des Krieges
St. Marien Isernhagen saniert zwei Soldatengräber
In Kooperation mit der Gemeinde Isernhagen ist es dem Friedhofsförderkreis in St. Marien Isernhagen gelungen, das erste von zwei Soldatengräbern auf dem örtlichen Kirchenfriedhof zu sanieren. Anfang September konnte ein neues Holzkreuz auf dem Grab aufgestellt werden.
„Die Sanierung des Grabes ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Kooperation mit der Kommune Isernhagen“, sagt Sabine Müller vom Friedhofsförderkreis. „Die beiden Kriegsgräber befinden sich grundsätzlich in der Verantwortung der Gemeinde, liegen aber auf dem kirchlichen Friedhof.“
Tim Mithöfer, Bürgermeister der Gemeinde Isernhagen, hatte eine Kopie des ursprünglichen Kreuzes herstellen lassen und Mittel für die Einfassung des Grabes zur Verfügung gestellt. Die Friedhofsgärtner der evangelischen Kirchengemeinde St. Marien sorgten im Anschluss für die neue Bepflanzung. „Der Friedhofsförderkreis setzt für dieses und das zweite Grab die Mittel aus dem Fundraising-Preis ein, den wir im Frühjahr gewinnen konnten“, erklärt Sabine Müller. „Auch das zweite Grab wird bald fertiggestellt werden.“ Der Grabstein dieses Grabes befindet sich noch zur Sanierung in einer Steinmetz-Werkstatt.
„Wir wissen leider nichts über die in den Soldatengräbern Bestatteten, nur so viel: Viele dieser Soldaten waren ganz junge Menschen, die eingezogen wurden, nicht freiwillig in den Krieg zogen und dabei ihr Leben verloren haben“, erklärt Tim Mithöfer. Karsten Henkmann, Pastor der evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Isernhagen, ergänzt: „Wir kümmern uns um die Kriegsgräber nicht, um Kriege zu ehren, sondern um die Menschen zu ehren, die Opfer der Kriege wurden. Und wir möchten heute und auch kommende Generationen daran erinnern, wie wertvoll Frieden ist.“
Sowohl Pastor Karsten Henkmann als auch Bürgermeister Tim Mithöfer und Hendrik Berthold vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge äußerten Anerkennung und Dank für das nicht selbstverständliche Engagement der Beteiligten. Ihnen allen sei es ein Anliegen, Menschenwürde zu wahren und Erinnerungskultur lebendig zu halten.