Was uns auf der Seele brennt
„Passionspunkte“ in der Karwoche in der Region Burgwedel
Wo berühren sich die biblische Passionsgeschichte und die existenziellen Fragen unserer Zeit? Unter dem Leitwort „Was uns auf der Seele brennt“ laden die evangelischen Kirchengemeinden in der Region Burgwedel in der Karwoche zu einer besonderen Andachtsreihe ein. Vom 30. März bis zum 2. April finden täglich um 18.30 Uhr Begegnungen statt, bei denen Menschen aus besonderen Berufsfeldern im Mittelpunkt stehen. Der Eintritt ist an allen Abenden frei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die „Passionspunkte“ verlassen bewusst die vertrauten Kirchräume und suchen stattdessen Orte auf, an denen das Leben in seiner Schwere und seiner Schönheit erfahrbar ist. Es sind Orte, an denen Menschen täglich mit großer Verantwortung, mit Abschied und Trauer, aber auch mit der Freude am Leben zu tun haben. Mit Gebeten, Gesängen und offenen Gesprächen werden die Andachten gemeinsam gestaltet – so soll Raum geschaffen werden für das, was viele Menschen bewegt, aber nur selten ausgesprochen wird.
Den Auftakt macht am Montag, 30. März, eine Andacht im Palliativzentrum und Hospiz Infinitas in Fuhrberg, An der Alten Schmiede 3. Kaum ein Ort steht so unmittelbar für die Grenzen des Lebens wie ein Hospiz. Hier, im Angesicht von Endlichkeit und Abschied, wollen die Teilnehmenden gemeinsam nach Antworten zwischen Trauer und Hoffnung suchen.
Am Dienstag, 31. März, ist das Seniorenpflegeheim Lindenriek in Kleinburgwedel, Brombeerkamp 6, Gastgeber des zweiten Passionspunktes. Mitarbeitende in der Pflege berichten hier von ihrem täglichen Spagat zwischen emotionaler Zuwendung, dem hektischen Arbeitsalltag und ihrem Anspruch, die Würde der Bewohner*innen trotz allen Zeitdrucks zu wahren.
Am Mittwoch, 1. April, führt die Andachtsreihe ins Gemeindehaus der evangelischen St.-Marcus-Kirchengemeinde in Wettmar an der Hauptstraße 25. Eine Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes gibt an diesem Abend Einblicke in einen Beruf, der täglich mobile Präsenz, Einfühlungsvermögen und auch Ausdauer verlangt. Was hält Menschen in diesem Beruf? Was zehrt, was trägt sie?
Den Abschluss bildet am Gründonnerstag, 2. April, ein gemeinsames Tischabendmahl im Gemeindehaus der St.-Petri-Kirchengemeinde in Großburgwedel, Küstergang 2. In der Liturgie werden die Begegnungen und Eindrücke der gesamten Woche aufgegriffen und in einen größeren Zusammenhang gestellt – als Erinnerung daran, was Gemeinschaft bedeutet und was Menschen füreinander sein können.
„Wir möchten in dieser Woche gemeinsam hinhören, was die Menschen in ihrem Beruf und ihrem Alltag bewegt“, erklären die Organisator*innen aus den evangelischen Kirchengemeinden in der Region Burgwedel. „Es geht darum, nachzudenken, was unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält.“ Die Passionspunkte verstehen sich dabei nicht als geschlossene Veranstaltungen, sondern als Einladung: Alle Interessierten sind willkommen, die Abende mitzugestalten und mitzuerleben. Die Reihe steht damit in der Tradition, Kirche nicht nur als Institution zu begreifen, sondern als Gemeinschaft, die dorthin geht, wo Menschen sind – und wo das Leben seine tiefsten Fragen stellt.