Schöpfungsverantwortung, Klimaschutz und Biodiversität

Kirchenkreissynode beschließt Konzepte für eine klimaneutrale Kirche

Der Ausbau der Nutzung von Solarenergie ist Teil des Klimaschutz-Managementkonzeptes. Foto: Andrea Hesse

Viel Arbeit liegt hinter den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses (BUA) des Kirchenkreises und den Mitarbeitenden der Abteilung Liegenschaften/Bau im Kirchenamt in Burgwedel: In zahlreichen Sitzungen und Gesprächen haben sie sich in den vergangenen Monaten mit der Erarbeitung von Klimaschutzkonzepten befasst. „Unter anderem einige Samstage und diverse Zoom-Treffen haben wir darauf verwendet“, erklärte Marko Balkenhol, Vorsitzender des BUA, jetzt in der Frühjahrssitzung der Kirchenkreissynode im Mellendorfer Gemeindehaus St. Georg.

Hintergrund für die intensive Beschäftigung mit dem Thema Klimaschutz ist das Bestreben der Landeskirche, sich bis zum Jahr 2045 klimaneutral aufzustellen. Als Zwischenziel sollen bis 2035 alle Treibhausgasemissionen um 80 Prozent gegenüber dem Stand von 2023 reduziert werden. Um diese Ziele zu erreichen, sind alle Kirchenkreise verpflichtet, jeweils vier Managementkonzepte zu erstellen, die zusammen das Klimaschutz-Managementkonzept bilden. Die Einzelkonzepte umfassen das Energiemanagement, das Mobilitätsmanagement, die nachhaltige Bewirtschaftung von Kirchenland und die Produktion von lokal erzeugtem Strom.

Regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung

„In unseren Überlegungen konnten wir nicht völlig frei agieren“, erklärte Marko Balkenhol vor der Synode. „Wir haben uns an Musterkonzepten der Landeskirche orientiert und uns auch die Konzepte anderer Kirchenkreise angeschaut.“ Grundsätzlich folgen die Managementkonzepte einem standardisierten Ablauf: Zunächst erfolgen die Bestandsaufnahme und die Bewertung, um den Handlungsbedarf zu erkennen. Im Bereich Energie werden dabei alle kirchlich genutzten Gebäude betrachtet; nicht nur die kircheneigenen. Darauf aufbauend werden Ziele und Zeiträume definiert, die realistisch und umsetzbar sein sollen; schließlich wird ein Maßnahmenkatalog erstellt und umgesetzt. „Die Umsetzung wird regelmäßig überprüft und das Managementsystem sowie das Maßnahmenprogramm werden bei Bedarf angepasst und weiterentwickelt“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage des Kirchenamtes.

Das Konzept zum Thema Mobilität erfasst alle dienstlichen Fahrten von kirchlich Beschäftigten und hat das Ziel, die Nutzung von Fahrrad, E-Bike und ÖPNV zu fördern. Grundsätzlich werden keine Dienstfahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr angeschafft, für Standorte mit hoher Fahrleistung werden Gegenmaßnahmen entwickelt und schließlich soll auch die Möglichkeit von Online-Treffen stärker genutzt werden.

Verbindung von Schöpfungs- und wirtschaftlicher Verantwortung

Blühstreifen auf Kirchenland, etwa am Rand von Feldern, können zur Förderung der Biodiversität beitragen. Foto: Andrea Hesse

Konzept Nr. 3 zur Förderung von Biodiversität und nachhaltiger Landnutzung zielt darauf ab, Emissionen aus der Landnutzung zu reduzieren, Flächenversiegelung zu vermeiden, Friedhofs- sowie andere kirchliche Flächen ökologisch aufzuwerten und Biodiversitätsprojekte auf Kitagrundstücken anzusiedeln. „Dieses Konzept verbindet Schöpfungsverantwortung, Klimaschutz und die Förderung von Biodiversität mit wirtschaftlicher und sozialer Verantwortung“, erklärte der BUA-Vorsitzende. Ausdrücklich hält das Konzept fest, dass Einnahmen aus der Verpachtung von Kirchenland, Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe und soziale Aspekte bei der Flächenvergabe berücksichtigt werden sollen.

Konzept Nr. 4 schließlich schafft die Grundlagen für den Ausbau der Solarenergie im Kirchenkreis: Alle kirchlichen Gebäude werden auf ihre Eignung zur Installation von Photovoltaik- und/oder Solarthermie-Anlagen überprüft; bei allen Neubauten und Dachsanierungen ist die Nutzung von Solarenergie verpflichtend. Dennoch: Maßnahmen zur Energieeinsparung und damit zur Reduktion von Treibhausgasen haben Vorrang vor Investitionen in die Stromerzeugung – sofern nicht finanzielle Mittel für beides zur Verfügung stehen.

Konkrete Schritte hin zu einer klimaneutralen Kirche

„Die Bedeutung der Konzepte liegt in konkreten Schritten hin zu einer klimaneutralen Kirche, im verantwortlichen Handeln für die Schöpfung und in einer besser abgestimmten Zusammenarbeit im Kirchenkreis“, schloss Marko Balkenhol seine Darstellung. Die Mitglieder der Kirchenkreissynode konnten dem folgen: Mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen beschlossen sie die vier Einzelkonzepte, die zum 1. Juni 2026 in Kraft treten. Zu konkreten Umsetzung soll Expertise von außen, etwa aus der Landwirtschaft und der Evangelischen Agentur in Hannover, hinzugezogen werden.