Ein besonderer Ort der Erinnerung

Wandelgottesdienst zum Jubiläum des Brelinger Friedhofes

Pastorin Silke Noormann führte die mehr als 80 Gottesdienstteilnehmer*innen zu sieben Stationen auf dem Brelinger Friedhof. Foto: Friedrich Bernstorf
Pastorin Silke Noormann führte die mehr als 80 Gottesdienstteilnehmer*innen zu sieben Stationen auf dem Brelinger Friedhof. Foto: Friedrich Bernstorf

Mit einem ungewöhnlichen Gottesdienst würdigte die evangelische Kirchengemeinde St. Martini in Brelingen jetzt einen besonderen Anlass. Zum 125-jährigen Bestehen des Neuen Friedhofes gab es einen gut besuchten Wandelgottesdienst direkt auf dem Friedhof, musikalisch begleitet vom Posaunenchor der Kirchengemeinde.

Der Friedhofsausschuss der Kirchengemeinde lieferte den Anlass, Pastorin Silke Noormann aus Mellendorf brachte die Idee zu diesem ungewöhnlichen Gottesdienst ein – so wurde der Friedhof an diesem Tag in den Mittelpunkt gerückt. Neben der Teilnahme am Gottesdienst konnten sich die Besucher*innen an mehreren Ständen informieren, unter anderem über die Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes Burgwedel – Isernhagen – Wedemark, einer Einrichtung des Kirchenkreises. Das Bestattungsunternehmen Schustereit stellte die Bestattungsvorsorge in den Mittelpunkt und die Friedhofsgärtnerei Hornbostel klärte über Möglichkeiten auf, die zukünftige Grabpflege schon zu Lebzeiten zu regeln. Über Projekte, die er auch in Friedhofsnähe betreut, informierte der Naturschutzbund (NABU) Wedemark. Die Kirchengemeinde hielt Informationsmaterial bereit und konnte anhand historischer Friedhofspläne auch Fragen interessierter Besucher*innen nach der Grabstelle der Vorfahren beantworten.

Viel positive Resonanz gab es auf den Wandelgottesdienst. Pastorin Silke Noormann hatte dafür sieben Stationen auf dem Friedhof ausgewählt und nahm die Gottesdienstbesucher*innen jeweils dorthin mit. Im Urnenhain sprach sie darüber „Was ein Friedhof sein kann“. Gedanken und Gedenken stand an den Grabsteinen gefallener Soldaten der beiden Weltkriege im Mittelpunkt, eine besonders gestaltete Grabstelle regte dazu an, sich Gedanken über Räume der Erinnerung zu machen. An jeder Station sorgte der Posaunenchor für die musikalische Begleitung.

Während im Anschluss bei Kaffee, Kuchen und kühlen Getränken Zeit für Gespräche war, konnten Kinder mit Marion Bernstorf Stühle bunt bemalen. Künftig werden diese Stühle für Friedhofsbesucher*innen bereitstehen; sie dürfen mit zu den Grabstellen genommen werden.

Eine Führung über den Friedhof rundete das Jubiläumsprogramm ab. Der Vorsitzende des Friedhofs-Ausschusses der Kirchengemeinde, Friedrich Bernstorf, gab Erläuterungen zu den Bestattungsmöglichkeiten auf dem Friedhof, aber auch zur historischen Entwicklung der drei Friedhöfe der Kirchengemeinde in Brelingen.