„Alles fügte sich wie ein Puzzle“
Ute Rodehorst wurde aus dem Ambulanten Hospizdienst verabschiedet
Am Tag nach der großen Feier kommt Uta Rot spontan in den Räumen des Ambulanten Hospizdienstes Burgwedel – Isernhagen – Wedemark in Großburgwedel vorbei. „Das war ein wunderbares Fest mit einer sehr wertschätzenden Atmosphäre“, sagt sie anerkennend zu den drei anwesenden Koordinatorinnen Ute Rodehorst, Silke Nitschmann und Cathrin Schulze.
Rot ist ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hospizdienst, und natürlich war sie am Vorabend mit (fast) allen weiteren Mitarbeitenden beim Sommerfest des Hospizdienstes im Amtshof dabei. Im Mittelpunkt des Festes stand die Verabschiedung der leitenden Koordinatorin Ute Rodehorst: Nach 17-jähriger Tätigkeit im Hospizdienst wurde sie in den Ruhestand verabschiedet.
Im Juni 2009 hatte sich Ute Rodehorst auf die erstmals ausgeschriebene Stelle einer Koordinatorin in der Hospizarbeit in Burgwedel beworben – ganz ohne die erforderliche Ausbildung, wie sie sich erinnert. Sie war jedoch gelernte Krankenschwester mit Berufserfahrung im stationären und ambulanten Dienst und hatte eine Affinität zur evangelischen Kirche. Das passte, wurde doch die damalige Hospizinitiative im Haus der Kirche in Kleinburgwedel von der 2011 verstorbenen Christine Müller aus dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen heraus gegründet. Auch heute noch arbeitet der Ambulante Hospizdienst in Trägerschaft des Kirchenkreises.
Freude an der Gestaltung
„Für mich fügte sich mit der neuen Tätigkeit alles wie ein Puzzle zusammen“, erzählt Ute Rodehorst. Was ihr zu Beginn an Ausbildung fehlte, holte sie schnell nach und hatte gleichzeitig große Freude an der Gestaltung der neuen Koordinatorinnenstelle. Unterstützt wurde sie dabei schon damals von 17 engagierten ehrenamtlich Mitarbeitenden. Bereits 2010 bot Rodehorst in Zusammenarbeit mit Christine Müller selbst einen Ausbildungskurs für ehrenamtlich Mitarbeitende in der Hospizarbeit an und setzte dieses Angebot in den folgenden Jahren kontinuierlich fort.
2011 zog der Ambulante Hospizdienst von Kleinburgwedel nach Großburgwedel in den ersten Stock des Küsterhauses von St. Petri. „Das war ein sehr schöner Ort für uns; allerdings war die Treppe für alle, die nicht mehr gut zu Fuß waren, ein Hindernis“, sagt Ute Rodehorst. Vor diesem Hintergrund erfolgte 2020 der erneute Umzug in ebenerdig und zentral gelegene Räume in der Nähe des Amtshofes. Hier haben jetzt die beiden Koordinatorinnen Silke Nitschmann und Cathrin Schulze den Staffelstab von Ute Rodehorst übernommen, im Büro unterstützt von Katrin Ziemens.
„Wir sind mittlerweile schon ein eingespieltes Team, sind über unser Tun im Hospizdienst in eine gute Verbindung gekommen“, sagen Nitschmann und Schulze. Gemeinsam haben sie auch einen Großteil der Organisation des Sommerfestes gewuppt: „Wir wollten Utes Verabschiedung so schön wie nur möglich gestalten“, sagen beide. Es ist ihnen gelungen – nach Uta Rot kommen weitere Mitarbeitende in die Räume des Hospizdienstes und bedanken sich für ein wirklich schönes Fest mit zahlreichen Gästen.
Wertschätzung und Vertrauen als zentrale Werte
Für 2027 planen die beiden Koordinatorinnen bereits wieder eine Feier: Dann steht das 20-jährige Bestehen des Hospizdienstes im Kalender. Es soll genutzt werden, um die persönlichen Beziehungen zu und zwischen den aktuell 57 ehrenamtlich Mitarbeitenden weiter zu stärken – schließlich baue die gesamte Arbeit des Hospizdienstes auf Wertschätzung und Vertrauen auf, erklärt Silke Nitschmann.
Auch Ute Rodehorst erinnert sich an diese Werte, die ihre eigene Arbeit von Beginn an prägten, in besonderer Weise. Und sie erinnert sich an viele schöne Momente in ihrer langen Tätigkeit für den Ambulanten Hospizdienst: an erfolgreiche Schulungen und gemeinsame Wochenenden mit allen Mitarbeitenden, an die Einrichtung des Trauer-Cafés, an Benefizkonzerte und Vortragsveranstaltungen mit Franz Rainer Enste, an viele berührende Begegnungen.
„Sie hat Pionierarbeit geleistet“, sagt Silke Nitschmann anerkennend.
Webseite des Ambulanten Hospizdienstes Burgwedel – Isernhagen – Wedemark