„AfD ist für Christinnen und Christen nicht wählbar“

Gemeinsame Erklärung evangelischer Kirchen für Demokratie und Menschenwürde

Landesbischof Ralf Meister unterzeichnete die gemeinsame Erklärung für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. Foto: Jens Schulze
Landesbischof Ralf Meister unterzeichnete die gemeinsame Erklärung für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. Foto: Jens Schulze

Die leitenden Geistlichen der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und der Bremischen Evangelischen Kirche haben eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, in der sie sich zu den Grundwerten der Demokratie bekennen und zugleich Gefährdungen benennen. Unter dem Titel „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt. Wir stehen dazu!“ stellen sich Bischof Thomas Adomeit (Oldenburg), Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel (Braunschweig), Kirchenpräsidentin Dr. Susanne Bei der Wieden (Leer), Landesbischof Ralf Meister (Hannover), Landesbischof Dr. Oliver Schuegraf (Bückeburg) sowie Kirchenpräsident Dr. Bernd Kuschnerus (Bremen) hinter die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

Die Geistlichen betonen, dass die freiheitlich-liberale Demokratie drei Generationen lang Frieden und Vielfalt in Deutschland ermöglicht habe und sie als Form politischen Zusammenlebens unübertroffen bleibe. Zugleich formulieren sie deutliche Kritik an Entwicklungen, die sie als gefährlich für die Demokratie und das Gemeinwesen wahrnehmen: „Mit Sorge beobachten wir, wie Wut, Ausgrenzung und Verachtung den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben.“

Die Erklärung warnt vor antidemokratischen Tendenzen in Politik und Gesellschaft und benennt dabei ausdrücklich die AfD: Führende Vertreterinnen und Vertreter der Partei äußerten sich verfassungsfeindlich und rechtsextremistisch. Die Unterzeichnenden kommen daher zu dem Schluss: „Nach unserer Überzeugung ist die AfD für Christinnen und Christen nicht wählbar.“

Ausdrücklich heben die leitenden Geistlichen die demokratische Mitverantwortung aller Bürgerinnen und Bürger hervor. Über Unterschiede hinweg sei es Aufgabe der Kirchen, für einen respektvollen Umgang einzutreten – auch mit denen, die anders denken, sprechen oder leben. „Unsere Perspektive ist eine menschenfreundliche Gemeinschaft, in der alle nach demokratischen Regeln zum Gelingen des Ganzen beitragen“, heißt es in der Erklärung. Grundlagen dafür ist das christliche Gebot der Nächstenliebe.  

Kirchen unterstützen Initiative des Bundespräsidenten

Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen unterstützen die Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, einen Ehrentag anlässlich des Geburtstags des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 zu begehen. Der Bundespräsident hat zu diesem Anlass eine bundesweite Initiative ins Leben gerufen, die das Bewusstsein für die verfassungsmäßigen Grundlagen der Demokratie stärken soll.  

In Langenhagen lädt die Offene Gesellschaft Langenhagen, eine Unterstiftung der Bürgerstiftung Langenhagen, für Samstag, 23. Mai, zu einem Mitmachtag zum Geburtstag des Grundgesetzes unter dem Titel „Der Ehrentag. Für dich. Für uns. Für alle.“ auf den Marktplatz ein. Zwischen 10 und 13 Uhr werden hier Rundfahrten mit der Fahrrad-Rikscha, ein Quiz rund um das Grundgesetz, ein Glücksrad und ein offenes Singen am Klavier mit Albrecht von Blanckenburg angeboten. Begleitet wird die Aktion zu Ehren des Grundgesetzes von Thomas Zander am Saxophon. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.  

Weitere Informationen zur Initiative des Bundespräsidenten sind HIER zu finden.