„Woche des Lichts“ in Brelingen
Kreative Veranstaltungsreihe rund um eine Bach-Motette
„Woche des Lichts“ – unter dieser Überschrift steht eine Veranstaltungsreihe, die vom 16. bis 23. November in der Kirchengemeinde St. Martini Brelingen sowie in St. Osdag in Mandelsloh stattfindet.
Zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag steht das Lied „Jesu, meine Freude“ im Zentrum der Themenwoche. Der Text des Liedes beschreibt das Elend des Lebens und die Hoffnung im Glauben. Die Zeilen können inhaltlich in die heutige Zeit übersetzt und mit aktuellen Bezügen gefüllt werden – so geschehen in St. Martini Brelingen. In der Auseinandersetzung mit dem Text sind hier viele kreative Prozesse entstanden; die Ergebnisse werden in der Woche des Lichts zusammengeführt und der Öffentlichkeit vorgestellt. „In das Projekt sind viele Menschen eingebunden, kirchennahe ebenso wie kirchenferne“, sagt Sabine Kleinau-Michaelis, Chorleiterin in der Brelinger Kirchengemeinde.
Der Jugendchor St. Martini wird die Themenwoche mit „Annes Tagebuch“ am Sonntag, 16. November, um 17 Uhr in der Kirche St. Osdag in Mandelsloh eröffnen. Das Musiktheaterstück von Annemarie Kistemann-Grashof und Stefan Lindner erzählt musikalisch von der Zeit während des Nationalsozialismus, die Anne Frank mit ihrer Familie im Hinterhausversteck verbrachte. Es erzählt auch vom Kreis der Helfenden und zeigt die bedrückende Atmosphäre, die Ängste, Hoffnungen, Spannungen und Absurditäten, die den Alltag der Betroffenen bestimmten.
Das Konzert in St. Osdag wird gefördert von der Rieckenbergstiftung Mandelsloh, der Landeskirche Hannovers und dem Orgelbauverein St. Martini. „Annes Tagebuch“ wird Anlass sein, von dem Projekt "Neve Shalom" (siehe unten) zu hören. Statt eines Eintritts wird um Spenden für dieses „Licht-Projekt“ gebeten.
Fotos, Musik und Hintergründe
Die Fotogruppe der Brelinger Mitte lädt für Montag, 17. November, zu ihrer Ausstellungseröffnung mit Exponaten zum Lied „Jesu, meine Freude“ in die Kirche St. Martini ein. Beginn ist um 18 Uhr; erweitert wird die Ausstellung durch Papier- und Stoffkreationen der KreativWerkstatt Brelingen.
„Erleuchtung – Erwachen – Erlösung“: Unter dieser Überschrift betrachtet Pastor Jürgen Schnare, früherer landeskirchlicher Beauftragter für Weltanschauungsfragen und den interreligiösen Dialog, Bachs Motette „Jesu, meine Freude“ mit interreligiöser Perspektive und Blick auf den Buddhismus. Die Veranstaltung findet statt am Dienstag, 18. November, um 19 Uhr im Gemeindehaus St. Martini. Nach der Einführung durch Schnare sind die Besucher*innen zur Diskussion eingeladen.
Am Donnerstag, 20. November, begegnet das Lied „Jesu, meine Freude“ dem Hymnus „Christe, du bist der helle Tag“. Beginn des musikalischen Abends mit Wiebke Grimsehl (Sopran) und Jörg Eikemeier (Orgel) ist um 19 Uhr in der Brelinger Kirche. Einen Tag später, am 21. November um 19 Uhr ebenfalls in der Kirche, nimmt die Theologin und Publizistin Cornelia Coenen-Marx ihre Zuhörer*innen mit in ihre gedankliche Auseinandersetzung mit dem Text des Liedes „Jesu, meine Freude“. Musikalisch eingerahmt wird der Vortrag durch das Jazz-Duo Burkhard Jasper (Klavier) und Ansgar Elsner (Saxophon) mit Bearbeitungen des Liedes.
In Aufbau, Motivik und Kompositionsstil der Bach-Motette „Jesu, meine Freude“ führt Sabine Kleinau-Michaelis am Samstag, 22. November, ab 17 Uhr in der Brelinger Kirche ein. Am selben Ort endet die Themenwoche einen Tag später mit einer Aufführung der Motette mit dem Chor St. Martini, Luis Ranz am Cello und Arne Hallmann an der Orgel. Die Leitung liegt bei Sabine Kleinau-Michaelis. Die Musik wird in Großprojektion begleitet durch die Bilder der Ausstellung in der Kirche; Beginn ist um 17 Uhr.
Zu allen Veranstaltungen der Woche des Lichts ist der Eintritt frei. Die Brelinger Kirche ist während dieser Woche, die durch eine Sprengelkollekte der Landeskirche unterstützt und vom Orgelbauverein St. Martini Brelingen ausgerichtet wird, illuminiert.
Neve Schalom – ein Friedensdorf in Israel
"Neve Schalom" ist ein Friedensdorf in der Mitte Israels, etwa gleich weit entfernt von Tel Aviv, Jaffa und Jerusalem. Es wurde in den frühen 1970er Jahren von Bruno Hassar gegründet auf einem Stück Land, das ihm vom benachbarten Kloster in Latrun zur Pacht überlassen worden war. Das Dorf wird von jüdischen und arabischen Israelis bewohnt. Sie setzen sich miteinander für Gleichberechtigung und Verständigung zwischen beiden Völkern ein.
Bis 2012 war das Dorf auf mehr als 60 Familien angewachsen, mit gleicher Anzahl von jüdischen und arabischen Bewohner*innen. Geplant ist eine Zahl von 140 Familien. Im Jahr 2018 hatte das Dorf 295 Einwohner*innen. Der Name leitet sich von Jes. 32, 18 ab: „Mein Volk wird an einer Stätte des Friedens wohnen, in sicheren Wohnungen, an stillen und ruhigen Plätzen.“ Heute wird durch die Koexistenz im Friedensdorf gezeigt, dass friedliche Partnerschaft in einer auf Toleranz, gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit beruhenden Gemeinschaft möglich ist. Die Gemeinschaft wird demokratisch verwaltet und gehört den Mitgliedern, daher ist sie unabhängig von politischen Parteien und Bewegungen.
