„Wir wünschen uns, dass Sie mutig vorangehen“
Kandidierende zur Landessynode stellten sich in der Kirchenkreissynode vor
Die Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ist in ihrer Funktion für die Kirche in etwa mit der des Landtages für das Land Niedersachsen zu vergleichen: Das Kirchenparlament berät über Haushaltspläne und trifft Finanzentscheidungen, es berät und verabschiedet Kirchengesetze, diskutiert theologische Grundsatzfragen und verabschiedet gesellschaftliche Stellungnahmen. In ihrer jeweils sechsjährigen Legislaturperiode gibt die Synode so in Abstimmung mit weiteren kirchlichen Leitungsgremien den Rahmen für kirchliches Handeln vor.
Die Landessynode setzt sich aus gewählten ordinierten Personen, weiteren beruflich Mitarbeitenden und ehrenamtlich Tätigen aus allen Kirchenkreisen zusammen. Hinzu kommen berufene Personen, die über eine besondere Fachlichkeit verfügen. In diesem Herbst wird eine neue Landessynode per Online-Wahl gewählt: Am 24. September ist Wahltag für die 27. Landessynode, deren Amtszeit von 2026 bis 2031 läuft. Wahlberechtigt sind alle Mitglieder von Kirchenvorständen, Pastor*innen im aktiven Dienst und die Mitglieder der Kirchenkreissynoden.
Gemeinsam mit seinen Vorstandskolleg*innen bot Tilmann de Boer, Vorsitzender der Kirchenkreissynode Burgwedel-Langenhagen, den Mitgliedern des Gremiums jetzt die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die Beweggründe und Schwerpunkte der Kandidierenden zur Landessynode zu informieren: Er lud die insgesamt neun Kandidierenden in die Sommersitzung der Kirchenkreissynode in der Emmaus-Kirchengemeinde ein; dort hatten sie jeweils einige Minuten Zeit, um sich und ihre Anliegen vorzustellen. Eine derartige Einladung hätten sie nur aus dem Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen erhalten, erklärte ein Kandidat anerkennend.
Der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen gehört zum Wahlkreis II; ebenfalls in diesem Wahlkreis liegen die Kirchenkreise Burgdorf, Grafschaft Schaumburg, Laatzen-Springe, Neustadt-Wunstorf, Nienburg, Ronnenberg und Stolzenau-Loccum.
Als Kandidierende aus dem Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen tritt Marie Klug an, Leiterin der evangelischen Lebensberatungsstelle in Langenhagen, Mitglied der Kirchenkreissynode und der Mitarbeitendenvertretung des Kirchenkreises. Sie ist Heilpädagogin und Rehabilitationswissenschaftlerin sowie systemische Therapeutin und Supervisorin. „Ich bin sehr geprägt durch die Arbeit in einem Brennpunktviertel zu Beginn meiner Berufstätigkeit“, erklärte sie vor der Kirchenkreissynode. Beweggrund für ihre Kandidatur sei ihr Wunsch nach Mitgestaltung innerhalb der Kirche mit einem klaren Blick auf den diakonischen Auftrag. „Ich wünsche mir kreatives, inklusives und kritisches Denken und möchte mich dafür einsetzen“, antwortete sie auf eine Frage aus der Kirchenkreissynode.
Weitere Kandidierende im Wahlkreis II sind Cordula Schmid-Waßmuth, Pastorin in Nienburg/Weser, Partnerschaftsbeauftragte ihres Kirchenkreises und 2019 erstmals in die Synode gewählt; Thorsten Leißer, Dorfpastor im Lehrter Land und früherer theologischer Referent bei der EKD; Jens Wening, als Quereinsteiger Pastor in der Gesamtkirchengemeinde Laatzen und in früheren Jahren Universitätsdozent; Ann-Marie Reimann, Diakonin, frühere Kirchenkreisjugendwartin in Burgdorf, Geschäftsführerin der Evangelischen Jugend in der Landeskirche und Mitglied der 26. Landessynode; Brigitte Kumkar, Mitglied der Kirchengemeinde Hannover-Mühlenberg, Sonderpädagogin und Schulleiterin im Ruhestand und Mitglied der 26. Landessynode; Ralph Scheferling aus der Kirchengemeinde Lehrter Land, Lektor und Vorsitzender der Kirchenkreissynode Burgdorf sowie Sprecher der Synodenvorsitzenden im Sprengel Hannover, darüber hinaus Mitglied der 26. Landessynode; Wichard von Heiden, Pastor in Gehrden, und Christine Rinne, Lehrerin aus Neustadt und Mitglied der 26. Landessynode. Ann-Marie Reimann und Christine Rinne waren per Video-Botschaft aus der Ferne dabei.
Im Anschluss an die Kurzvorstellungen formulierten Mitglieder der Kirchenkreissynode ihre Wünsche an die Kandidierenden – für den Fall, dass diese gewählt würden: Relevanz der in der Landessynode bearbeiteten Themen für die Gemeinderealität; regelmäßige Rückmeldungen der Synodalen in die Kirchenkreise; die Wahrnehmung des Gefühls vieler Pastor*innen, im Pfarramt allein gelassen zu werden; Gestaltung der Zukunft statt Verwaltung des Untergangs.
„Wir wünschen uns von Ihnen, dass Sie mutige Schritte vorangehen“, gab die Synode den Kandidierenden mit auf den Weg. „Und dass Sie sich ehrlich machen mit Blick auf die fehlende Diversität in unserer Kirche.
