„Sterben gehört zum Leben“

18. Februar: Vortrag von Annette Behnken beim Ambulanten Hospizdienst

Annette Behnken, bekannte Sprecherin des "Wort zum Sonntag" in der ARD, kommt mit einem Vortrag zur Hospizarbeit nach Großburgwedel.

Alle 30 Sekunden stirbt in Deutschland ein Mensch. Denjenigen, die andere auf ihrer letzten Reise begleiten, sind Gespräche über Tod und Sterben nicht fremd. Auch die Fragen nicht, auf die es keine Antworten gibt. Die Menschen, die andere auf ihrer letzten Reise begleiten sind da, wenn es still wird. Sind da, wenn der Tod passiert. Zuhause. Auf Palliativstationen. In Hospizen. In Pflegeeinrichtungen. Sie begleiten. Bis ans Ufer. Und sie alle kennen vermutlich die Reaktion, wenn sie von ihrer Arbeit erzählen: „Was? Sowas machst du? Das könnte ich nicht!“

Sterben ist ein Thema, das wir in unserer Gesellschaft gerne an den Rand schieben. Die Auseinandersetzung mit dem Lebensende macht Angst. Sterben und Tod sind unbekanntes Terrain, in dem die üblichen Wegmarkierungen des Lebens, die gewohnten Kategorien von richtig und falsch, von schön und hässlich, von Glanz und Elend verschwimmen. Wir kennen uns nicht mehr aus mit dem Sterben, anders als noch die Generationen vor uns: Tote Menschen wurden aufgebahrt, oft zu Hause. Man konnte den Tod sehen und sogar anfassen, ihn begreifen. Heute sterben mehr als 50 Prozent der Menschen in Deutschland im Krankenhaus, etwa 30 Prozent in stationären Pflegeeinrichtungen und die wenigsten zu Hause – obwohl sich die meisten Menschen wünschen, genau dort zu sterben. Wir haben das Sterben outgesourct.

Es ist eines der Anliegen der Hospizbewegung, das Sterben wieder ins Gespräch zu bringen, zurück ins Leben sozusagen. Zum einen, um die Rahmenbedingungen für ein „gutes“ Sterben zu verbessern. Zum anderen, weil die- oder derjenige, die oder der sich mit dem Lebensende auseinandersetzt, oft etwas Überraschendes erfährt: Es geht, wenn es ums Sterben geht, nicht nur um den Tod, sondern zutiefst auch um das Leben – um Würde, Beziehung, Nähe, Verletzlichkeit und Verantwortung.

Hospizarbeit rückt genau diese Perspektiven zurück in unser Bewusstsein. Sie begleitet Menschen in einer Zeit, in der Existenzielles sichtbar wird: Was zählt? Was trägt? Wofür lebe ich und wofür möchte ich gelebt haben? Wie wollen wir sterben?

Warum Hospizarbeit uns alle betrifft

Der Ambulante Hospizdienst Burgwedel – Isernhagen – Wedemark, eine Einrichtung in Trägerschaft des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen, lädt herzlich zu dem Vortrag „Sterben gehört zum Leben: warum Hospizarbeit uns alle betrifft“ von Annette Behnken ein. Die landeskirchliche Beauftragte für Hospiz- und Palliativarbeit ist vielen unter anderem durch ihre Beiträge der ARD-Reihe „Wort zum Sonntag“ bekannt. Ihr Vortrag lädt dazu ein, den Blick zu weiten: Es geht um einen gesellschaftlichen Auftrag, denn wie wir als Gesellschaft mit dem Sterben umgehen, sagt viel darüber aus, wie wir leben wollen.

Der Vortrag findet statt am Mittwoch, 18. Februar, um 18.30 Uhr im Amtshof in Großburgwedel (Auf dem Amtshof 8). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen:

Ambulanter Hospizdienst Burgwedel – Isernhagen – Wedemark

Hospiz- und Palliativseelsorge im Zentrum für Seelsorge und Beratung

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