Raus. Jetzt.

Ostern ist eine Raus-Geh-Geschichte ... Foto: Joe auf Pixabay

Vor gut 14 Tagen hatte ich einfach mal „Ostern 2026“ in eine Suchmaschine eingegeben. Die zuerst genannten Ergebnisse: ein Feiertagskalender, ein Artikel mit der Überschrift „Ostern 2026: Schnee ist nochmal möglich“ und daneben „Wetter-Krimi vor Ostern: Blockadehoch setzt Frühling unter Druck“.

Ich muss schmunzeln. Blockadehoch setzt Frühling unter Druck. Herrliche Formulierung. Und ich frage mich: Warum spielt das Wetter rund um alle Feiertage immer so eine große Rolle?

Steckt dahinter jetzt im April die Sehnsucht oder die vermutlich sogar lebensnotwendige Idee, einfach raus zu müssen nach dunkleren Monaten? Raus an die frische Luft. Raus in die Sonne.

Raus aber auch im übertragenen Sinn: aus dem Alltag. Aus all den Negativschlagzeilen. Aus den persönlichen Sorgen. Wenigstens für einen Moment. Um aufzutanken. Luft. Licht. Leben.

Ostern ist das Fest für unsere „Raus-Geschichten“. Wage den Blick über den Tellerrand von Misserfolgen, Niederlagen und Krisen. Versuche es, da rauszukommen. Sieh das Gelingende.

Von ihm – Jesus – wird zu Ostern erzählt, dass er sogar aus den Mühlen des Todes rausgekommen ist. Übrigens wetterunabhängig. Auferstanden, nennt das die Bibel.

Ostern – Zeit rauszugehen, im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Auch aus sich selbst. Du musst nicht derjenige oder diejenige bleiben, auf die oder den du dich selbst festgelegt hast oder andere dich festnageln. Eine neue Perspektive. Zurückliegendes scheint in einem neuen Licht. Trotz und mit allen Todeserfahrungen und quälender Grabesruhe. Sie haben nicht das letzte Wort.

„Christus ist auferstanden von den Toten. Halleluja.“ Das ist die Raus-Geh-Geschichte, die mir Mut macht, weiterzuleben. Frohe und gesegnete Ostern!

Dirk Jonas

Superintendent des Ev.-luth. Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen

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