Mutig sein

Superintendent Dirk Jonas. Foto: Andrea Hesse

31. Oktober. Reformationstag. Erinnerung an die geistlichen und weltlichen Umbrüche im 16. Jahrhundert, die nicht nur, aber vor allem mit dem Namen Martin Luther verbunden sind.

Reformation „bezeichnet eine planvolle Umgestaltung bestehender Verhältnisse, Systeme, Ideologien oder Glaubenslehren in Politik, Religion, Wirtschaft oder Gesellschaft“ formuliert ein bekanntes Online-Lexikon. Das macht deutlich: Reformation meint nie nur die Kirche. Reformation geht uns alle an. Und: Ihr Ziel ist nie Zerstörung, sondern Verbesserung.

Wörtlich aus dem Lateinischen („re-formare“) übersetzt: zurück oder wieder bilden, wieder gestalten. Reformation funktioniert also weder nach dem Motto „alles so, wie es früher war“, noch ist Reformation Revolution.

Wie würden Sie für sich und für Ihr persönliches Leben Reformation übersetzen oder umschreiben? „Reformation ist Erneuerung“, entgegnet eine Jugendliche. „Reformation = Update“, postet ein anderer im Netz. „Reformation ist Rückbesinnung und Entwicklung zugleich“, sagt ein älterer Mann im Gespräch.

Reformation hat mit Bewahrung und mit Veränderung zu tun. Darum gilt aus meiner Sicht: Wer Gutes bewahren will (und wer wollte das nicht), muss Mut zur Veränderung haben. Für solchen Mut muss man kein gläubiger Mensch sein. Es genügt das Vertrauen in die zutiefst menschliche Fähigkeit, Liebe, Güte und Zuversicht in das je eigene Leben und in die Welt bringen zu können. Das kannst du mehr, als du denkst!

Gerade in für viele Menschen unruhigen und beängstigenden Zeiten: Bleibe oder werde wieder mutig! Dann wird sich Veränderung einstellen und Gutes bewahrt werden. Aber es kommt eben auch auf dich an. Auf deinen Mut, Liebe zu säen statt Hass, Güte statt Gleichgültigkeit, Zuversicht statt Hoffnungslosigkeit.

Dirk Jonas, Superintendent des Ev.-luth. Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen

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