Der Weg einer Jeans
edelKreis Burgwedel hat ein Nachhaltigkeits-Schaufenster eingerichtet
Wer sich eine Jeans kauft, weiß wohl in den seltensten Fällen, welchen Weg dieses Kleidungsstück hinter sich hat: Bis zu 50.000 Kilometer und zwölf Stationen inklusive der Herstellung von Farbe, Knöpfen und Nieten hat eine Jeans bereits zurückgelegt, wenn sie in einem Kleiderschrank in Burgwedel oder Langenhagen landet. Ihre Reise führt von Kasachstan über die Türkei und Taiwan nach Tunesien, China und Frankreich, bevor sie in Deutschland in den Verkauf gelangt. Weitere Betriebe in Polen, Griechenland und Italien stellen die Indigo-Farbe her, bauen Bimssteine zum Waschen ab und produzieren Knöpfe und Nieten. Enorm groß ist auch der Wasserverbrauch, den die Herstellung einer Jeans verursacht: Durchschnittlich 8.000 Liter sind es je Kleidungsstück; gebraucht wird diese Menge zur Bewässerung der Baumwollfelder, zum Färben, Bleichen und Waschen. (Quelle: Greenpeace/Greenwire)
„Bei einem Treffen aller edelKreis-Läden in Osnabrück haben wir jetzt über diesen Ressourcenverbrauch gesprochen“, erzählt Heidrun Zeilbeck vom Verein edelKreis Burgwedel-Langenhagen, der das gleichnamige Second-Hand-Geschäft in Großburgwedel betreibt. Hier kam auch die Idee auf, ein Schaufenster an der Von-Alten-Straße zum Thema zu gestalten: Unter der Überschrift „Der Weg einer Jeans – Nachhaltigkeit ist tragbar“ weist das edelKreis-Team auf zwei Bannern auf die problematischen Herstellungsbedingungen einer Jeans hin und zeigt Alternativen auf. „Zweite Hand ist erste Wahl“, steht dazu auf einem Schild im Schaufenster; dazu gibt es Anregungen zum Kauf von Kleidung: secondhand kaufen, Kleidung reparieren, Kleidung tauschen. Und dann gibt es auch noch diesen Hinweis: „Jede Sekunde wird weltweit eine LKW-Ladung an Kleidungsstücken verbrannt oder auf einer Deponie entsorgt.“
„Jede Kaufentscheidung nimmt Einfluss auf diese Zustände“, sagt Heidrun Zeilbeck. Renate Brockhaus vom edelKreis-Team in Burgwedel nickt zustimmend und freut sich über die Resonanz auf das Nachhaltigkeitsschaufenster in der Fußgängerzone: „Das Fenster wird gut wahrgenommen und manche Kundinnen und Kunden sprechen uns im Laden darauf an.“
Noch einige Wochen lang wird das besondere Schaufenster zu sehen sein; parallel dazu plant das edelKreis-Team wieder eine Modenschau: Am Samstag, 9. Mai, wird an der Von-Alten-Straße 12 in Großburgwedel ausgewählte gebrauchte Frühjahrs- und Sommermode gezeigt. Infos wird es auch auf dem neu eingerichteten Instagram-Kanal edelkreisburgwedel geben.
