Steh' auf für den Frieden!

Eine Pause vom Alltag

Es ist früh, 06:00 Uhr ganz genau gesagt und die St. Petri Kirche in Großburgwedel ist bereits von hunderten Kerzen erleuchtet. Als eine viertel Stunde später die ersten Klänge der Band Sound Factory die Kirche erfüllen, huschen noch ein paar Menschen zu den letzten freien Plätzen. Jetzt kann es losgehen, das Frühgebet beginnt. Obwohl es so früh ist, sind doch nahezu alle Plätze belegt. Jugendliche und Erwachsene starten hier gemeinsam in den Tag, lassen sich vom 'Frieden' inspirieren, singen, beten und frühstücken im Anschluss im Gemeindehaus. Annika schätzt diese Pause im Alltag, die Gemeinschaft und den Raum für innere Einkehr. Für Merle ist es "die anstrengendste, aber mit Abstand schönste Woche im Jahr."

 

Nicht nur die 30 Jugendlichen des Vorbereitungsteams haben sich entschlossen, für den Frieden aufzustehen, sondern auch die täglich fast 300 Besuchenden. Gemeinsam wollen sie nicht nur früh aufstehen, sondern auch ihre Stimme erheben. Zu sehen war dies vor allem an dem Freitag der Frühgebete-Woche, als 120 Menschen sich mit Kerzen in der Von-Alten-Straße aufreihten, um ein Zeichen gegen Gewalt und Ungerechtigkeit in der Welt zu setzen. Weitere Gottesdienste beschäftigten sich mit Fragen wie 'Welche Vision vom Frieden gibt es?', 'Wie erreiche ich meinen inneren Frieden?' oder 'Wie kann Frieden zwischen den Weltreligionen aussehen?' Die Woche endet mit einem Abendmahls-Gottesdienst am Samstag und einem kleinen Konzert der Band, die die Frühgebete auch in diesem Jahr wieder begleitete.

Im Vorfeld haben sich die Jugendliche gefragt, was für sie Frieden bedeutet. In Kleingruppen wurden Schwerpunkte gesetzt und dazu fünf ganz unterschiedliche Gottesdienste gestaltet. "Die Vorbereitungszeit ist total schön. Ich habe da nette Leute um mich, wir haben viel Spaß, aber anstrengend ist es auch" sagt Livia. Den Eindruck können Elke Seidlitz und Dorothee Lüdeke teilen. Sie organisieren die die Frühgebete nun schon seit über 20 Jahren: "Ich erinnere mich noch genau, am Anfang saßen wir nur im Altarraum und dann kamen über die Jahre immer mehr Menschen. Jetzt ist die Kirche voll" berichtet Dorothee Lüdeke. Neu dabei war Liesa Rempe, die als FSJlerin im Kirchenkreisjugenddienst die Frühgebete diesmal von der anderen Seite kennenlernte. Zum ersten Mal stand sie nicht mit vor dem Altar, sondern unterstütze die Jugendlichen in der Vorbereitung. Auch für Franziska Feldmann war es das erste Mal. Als Diakonin und Sozialarbeiterin im Anerkennungsjahr begleitete auch sie eine Gruppe Jugendlicher: "Ich bin total begeistert, was hier auf die Beine gestellt wird und bin total froh, dass in diesem Jahr so intensiv mitzuerleben."

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