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„Tue es richtig. Und zwar sofort.“

Diakonin Isabelle Watral, Ev.-luth. Elisabethkirchengemeinde Langenhagen

„Tue es richtig. Und zwar sofort.“, dieser Spruch steht auf einer Karte die auf meinem Schreibtisch ihren Stammplatz hat. Scheinbar sind Menschen in meinem Beruf sehr affin für solche Karten, Kalender oder Bilder, die sie auf ihrem Schreibtisch oder in der Nähe aufstellen oder aufhängen können. Kürzlich war ich auf einer Fortbildung mit Kolleginnen und Kollegen die ich nun schon ein wenig kennen gelernt habe mit der Zeit, denn die Fortbildung erstreckt sich über zwei Jahre. Erstaunlich war, dass fast jede und jeder wie aufgefordert als „Hausaufgabe“ einen Text mitgebracht hat, den sie oder er mit dem Wochenthema verbunden hat. Mein Text für die besagte Woche war viel länger, als meine „Standardkarte“ auf meinem Schreibtisch. Doch als ich überlegt habe, was ich für diese Quergedacht-Ausgabe schreibe fiel mir dann doch mein Begleiter auf dem Schreibtisch ins Auge. Der Spruch von Dan Millmann lautet im Ganzen: „Frage dich in jeder schwierigen Situation: „Was würde der stärkste, mutigste, liebevollste Teil meiner Persönlichkeit jetzt tun?“ Und dann tue es. Tue es richtig. Und zwar sofort.“, eben dieser Spruch begleitet mich seit dem Studium, denn die Karte schenkte mir eine gute Freundin. Wir haben damals zusammen unsere Abschlussfeier geplant und waren mit ganzem Eifer und Herzen dabei, denn wir wollten nicht nur für uns beide, sondern für unser Semester eine tolle Feier planen. Schließlich haben wir einige schöne und prägende Jahre zusammen studiert, gelebt, gelacht und Freundschaften für das Leben geschlossen, egal in welche Orte und Länder es uns nach dem Studium getrieben hat. Wir haben viele Theorien gelernt und auch praktisch gearbeitet, aber dieser Spruch fast alles zusammen worauf es am meisten ankommt: auf uns selbst! Wer wir sind, wie wir leben, was wir anderen von uns zeigen – dies sind alles Dinge die wir selber beeinflussen können, solange wir an uns glauben. Also sollten wir uns erlauben zu träumen und uns hin und wieder fragen, ob unser Alltag, unsere Arbeit und unsere Freizeitaktivitäten uns erfüllen, oder ob wir dem nur nachgehen, weil „es schon immer so war“ und wir den Erwartungen gerecht werden wollen. Schließlich können wir nur für unsere Nächsten da sein, wenn wir mit uns im Reinen sind, uns selber zugestehen uns zu lieben und das zu tun was uns erfüllt. In meinem Beruf begegne ich jeden Tag vielen verschiedenen Persönlichkeiten, die manchmal noch gar nicht genau wissen, was in ihnen steckt da sie noch heranwachsen. Diese Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen können ein gutes Vorbild für uns „Erwachsene“ sein, denn sie sind eine neue Generation, die frei und offen an vieles herangeht, sofern unsere Gesellschaft sie lässt. Lasst uns als Gemeinschaft diese Persönlichkeiten, die eine Quelle von Mut, Tatkraft, Engagement, Zuversicht, Freude und Liebe sind, mit offenen Augen und Herzen begegnen. Denn vielleicht lernen wir von den „Jungen“ etwas neu zu tun, anders als wir es bisher taten oder sogar ganz neue Dinge zu tun, auf welche wir ohne den Geist unserer Nächsten nicht gekommen wären. Lassen wir also alle unsere Herzen leuchten durch das was wir tun, wenn wir es richtig tun.

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