Geduld und Gelassenheit sind ihre Stärken

Christel Weber-Schmotz ist für den Diakonieverband in Langenhagen tätig

Gute Zusammenarbeit in Langenhagen: Christel Weber-Schmotz (links) und Anne-Marei Stamme. Foto: Andrea Hesse
Gute Zusammenarbeit in Langenhagen: Christel Weber-Schmotz (links) und Anne-Marei Stamme. Foto: Andrea Hesse

Langenhagen. Sie ist fast so etwas wie ein Urgestein der Diakonie in der Region Hannover: Seit 1986 war Christel Weber-Schmotz als Diplom-Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin in der diakonischen Suchtberatung in Burgdorf tätig, seit Gründung des Diakonieverbandes Hannover-Land dann mit der gleichen Aufgabe in Springe. Obwohl ihr diese Tätigkeit sehr ans Herz gewachsen war, wechselte sie im Januar 2017 nach Langenhagen: Hier war die Stelle von Kirchenkreissozialarbeiterin Dorothee Beckermann wegen deren Elternzeit vakant.

„Für mich ist es eine Erleichterung, dass ich nicht mehr täglich nach Springe fahren muss“, erzählt Christel Weber-Schmotz, die in Hannover-Bothfeld wohnt. In der Vertretung von Dorothee Beckermann ist sie zeitlich befristet für die allgemeine Sozialberatung und die Kurenberatung zuständig und hat ihren Arbeitsplatz an der Walsroder Straße 141 mitten in Langenhagen – ein idealer Standort, wie sie sagt.  Mittlerweile ist sie in ihrem neuen Büro gut angekommen und freut sich über die Zusammenarbeit mit Anne-Marei Stamme, die am selben Standort für die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonieverbandes verantwortlich ist.

„Ich werde hier viel mit materieller Armut konfrontiert“, hat Christel Weber-Schmotz sehr schnell festgestellt. „Die Menschen, die zu mir in die Beratung kommen, befinden sich in ganz unterschiedlichen Notlagen.“ Oftmals reiche die Sozialhilfe nicht aus, um eine Familie mit allem Nötigen zu versorgen; es fehlt an Jobs und preiswertem Wohnraum. „Ich kann zwar weder einen Job noch eine Wohnung vermitteln, aber ich habe bereits Kontakte zu den Wohungsbau-Genossenschaften aufgebaut“, berichtet Christel Weber-Schmotz. Auch Menschen, die durch eine Krankheit einen finanziellen Mehrbedarf haben und Therapien nicht finanzieren können, kommen zu ihr in die Beratung; ebenso Betroffene aus belasteten Familienverhältnissen, die oftmals unter akuten Stresssymptomen wie depressiven Erkrankungen und Schlafstörungen leiden.

„Es ist nicht mein Ansatz, unseren Klientinnen und Klienten sofort zu helfen indem ich ein akutes Loch stopfe“, erzählt die Sozialpädagogin. Vielmehr geht es ihr darum, die Weichen neu zu stellen: Was können Betroffene selbst leisten? Wie lassen sie sich motivieren und befähigen und wer kann dabei Hilfestellung geben? Bei akuten Notfällen ist es auch möglich, kleine Geldbeträge auszuzahlen; das ist aber eher selten der Fall: „Wir wollen die Menschen nicht von uns abhängig machen“, sagt Christel Weber-Schmotz. Und: „Es gibt nicht immer eine Lösung für die Probleme“, musste sie recht schnell feststellen. Oftmals aber gibt es Möglichkeiten der Hilfe, etwa durch Unterstützung bei der Antragstellung an einen Hilfsfonds.

„Ich bin dankbar, dass ich hier bin“, sagt Christel Weber-Schmotz nach gut vier Monaten in der Langenhagener Beratungsstelle. „Ich habe schon so nette Menschen kennengelernt, das ist wirklich eine Bereicherung.“ Manche der Klientinnen und Klienten, die aus Langenhagen und der Wedemark kommen, machen es ihr allerdings nicht leicht – sie treten sehr fordernd auf, bei anderen stellt die sprachliche Verständigung ein Problem dar. Unlösbar ist das alles nicht: „Geduld und Gelassenheit sind Stärken von mir“, sagt Christel Weber-Schmotz. Und natürlich kommen ihr auch ihre Berufs- und Lebenserfahrung zugute – wer sie in ihrem Büro erlebt, würde es vielleicht als natürliche Autorität bezeichnen.

Christel Weber-Schmotz ist von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 10 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 0511 – 740 36 13 zu erreichen; Besuchstermine vergibt sie nach Vereinbarung.